In ganz eigener Sache … der Lesemonat April

Ich habe vor den Blog nicht nur mit dem selbstgeschriebenem Kram zu befüllen, sondern auch mit Sachen, die sich ansonsten auch noch mit dem geschriebenem Wort befassen … meiner Liebe zu Büchern und was ich so lese und warum ich was lese und wieviel ich lese. Gefundenen Schätzen, überbewerteten Pamphleten, unterschätzten Kleinoden … ihr wisst schon. Das ganze Spektrum eben.

Im April habe ich beispielsweise mal darauf geachtet, nicht mehr so viel Online zu verbringen und stattdessen Bücher bewusster zu lesen … und siehe da. Ich habe 19 Bücher im April gelesen. Das waren dann insgesamt auch 4486 Seiten. Ich weiß nicht, ob ich diesen Rekord jemals wieder einstellen werde, aber mit diesem Tempo werde ich aber möglicherweise das Ziel der 52 Bücher in einem Jahr mal endlich schaffen. Ich habe möglicherweise auch geschummelt, weil ich viele dünne Bücher gelesen habe und mich eher der “leichten” Kost hingegeben habe.

Meine Bücher ließen mich im April an Orte bringen, die in Skandinavien, Nordpol, Italien, Frankreich, Südamerika, USA, Asien und irgendwo in der Fantasie entsprungen sind. Ich habe Krimis, Biografien, Bilderbücher, Märchen, Sagen, Fantasy, Liebesroman, Reiseabenteuer, Thriller und Sozialkritischen Klamauk, sowie Gegenwartsliteratur Wahnsinn gelesen. Das persönliche Highlight war für mich der Roman “Ermittlungen” von Juan José Saer. Ein packender Kriminalroman, der in Paris und auch Argentinien spielt. Der Ich Erzähler ist Pichon – ein Literat, der auf Heimaturlaub in Argentinien ist und von einer spektakulären Mordserie in Paris seinen Brüdern erzählt, in der Kommissar Moran ermittelt. Innerhalb von 9 Monaten wurden nämlich in immer kleiner werdendem Umkreis um das Polizeirevier von Moran 27 Damen grausam umgebracht. Mich haben alle Zeilen dieses Buches gepackt und ich war von dem Schreibstil von Saer sehr angetan. Ein Buch habe ich abgebrochen. Das war Mario Puzo “Der Pate”. Es lag keineswegs an der Story. Ich fand nur die Übersetzung äußerst gruselig, sodass das Lesen keinen Spaß machte. Leider.

Die Bücher von Monat April waren folgende:

  • Tilman Spreckelsen & Kat Menschik “Der Mordbrand von Œrnolfsdalur und andere Isländer Sagas”
  • Juan José Saer “Ermittlungen”
  • Lars Saabye Christensen “Nachtschatten”
  • Neil Gaiman “Sandman Vol 6 – Fabeln und Reflexionen”
  • Christoph Ransmayr “Das Schrecken des Eises und der Finsternis”
  • Astrid Lindgren “Die Brüder Löwenherz”
  • Alessandro Baricco “Diese Geschichte”
  • Daniel Hope “Wann darf ich klatschen?”
  • Neil Gaiman & Dave McKean “The Day I swopped my Dad for two Goldfish”
  • Neil Gaiman & Charles Vess “Blueberry Girl”
  • Neil Gaiman “Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard”
  • DBC Pierre “Jesus von Texas”
  • Gabriel Garçia Marquez “Leben, um davon zu erzählen”
  • Benjamin Lacombe & Sebastian Perez “Lisbeth unddas Erbe der Hexe”
  • Michael Roes “Kain”
  • Theodor Storm “Die Regentrude und andere Märchen”
  • Tor Åge Bringsværd “Puder oder Sleeping Beauty in the Valley of the wild, wild Pigs”
  • Maria Cecilia Barbetta “Änderungsschneiderei Los Milagros”
  • Khaled Hosseini “Tausend strahlende Sonnen”

    Wer Interesse an einer explizierten Buchempfehlung oder Buchentfehlung für eins der aufgelisteten Bücher hat, der solle mir dies als Kommentar einfach hier schreiben. Ich bin außerdem gespannt darauf zu wissen, was ihr so gelesen habt oder was ihr mir möglicherweise (aufgrund dieser Leseliste) empfehlen würdet, was ich lesen sollte … demnächst. Nur zur Information. Ich habe zwei Regalzeilen mit ungelesenen Büchern bei mir aktuell komplett gefüllt.

  • 365 “Kinnübungen” – 22 // Der 6er im Lotto

    Der 6er im Lotto

    Ich hab nicht plötzlich viel mehr Geld,
    Noch habe ich den Mann von Welt.
    Ich bin nur jetzt ein Mensch mit Wert,
    der von nem tollen Job bald zehrt.

    Tolle Jobs in dieser Zeit?
    Sicher eine Seltenheit.
    Unbefristet heißt das Wort.
    Nah erreichbar ist der Ort.

    Nur 30 Stunden in der Woche.
    Scheinbar erst mal kein’ Maloche.
    Gewerkschaftlich organisiert,
    Das ist auch, was interessiert.

    Dazu noch sittliches Gehalt,
    Ich möchte anfangen, möglichst bald.

    365 “Kinnübungen” – 21 // Kopflose Kunst

    Ich kann keine Menschen zeichnen.
    Sie sind nie vollständig.
    Ich bin zu blöd dafür.
    Meine Köpfe sehen immer hässlich aus. Nasen sind zumeist eine Katastrophe. Münder alleine stellen noch keine Köpfe dar.
    Ich zeichne deswegen, wenn es vollständige Menschen sind, nur Menschen in der Rückenansicht oder ich zeichne sie eben ohne Kopf.
    Ich zeichne sehr oft abstrakte Sachen oder Stillleben. Pflanzen und Bäume mag ich auch, aber egal ob Tier ob Mensch … alles ist kopflos.

    Lieber kopflos als hirnlos zeichnen, sag ich mir oft.

    365 “Kinnübungen” – 19 // 30 Dinge über mir (über mich, erzähl ich nicht).

    und 30 Dinge sind es auch nicht, aber verdammt kreativ ist es.

    1. Über mir ist die schlecht gemalte Deckenwand, deren Farbe ein einheitliches Weiß seien sollten, aber es ist eine Farbmixtur aus Ocker, Weiß, Grau und besonders faszinierend daran ist, dass man noch die Pinselstriche sieht. Faszinierend.

    2. Über mir ist keine Zimmerbeleuchtung. Weder eine ausgeschaltene installierte, noch eine installierte.

    3. Über mir ist das Dach, denn ich wohne im obersten Stockwerk. Ich weiß, dass es ein flaches Blechdach ist, denn wenn immer es stark regnet, dann kann ich den Regen hören.

    4. Über mir ist die gesunde ungesunde Hamburger Abgasstadtluft. Im Jahr 2012 schimpft sich die Stadt sowieso nicht mehr Europas Umwelthauptstadt, da ist auch die Luftgüte nicht mehr so wichtig. Aber wenn ich waagerecht zum Fenster hinaus schaue, dann ist die Luft zumindest sehr diesig.

    5. Über mir ist ein bisschen Atmosphäre. Atmosphärisch betrachtet befinde ich mich in einem guten Umfeld. Ich fühl mich wohl hier … in meinem Reich und über mir die Atmosphäre.

    6. Über mir ist es langsam schon wieder düster. Die Sonne geht doch noch recht arg schnell unter.

    365 “Kinnübungen” – 18 // Tauwetter

    Winter scheint ja nicht mehr nach Hamburg zu kommen, deswegen gibt es hier ein Frühlingsgedicht.

    Tauwetter

    Tempo ruft’s aus allen Ecken.
    Auf ihr Vöglein, singt uns ein Lied.
    Unglück oh Unglück, jetzt zieh von dannen.
    Welt erwache im Frühlingstraum.

    Edel sei’n die Gedanken der Menschen.
    Tolpatschig so können die Vögelein sein.
    Tiefgrün erobert das Laub die Bäume,
    Eine Wiese erstrahlet auch darin.
    Reif ist der Frühling – nun lasst ihn uns wecken!

    365 “Kinnübungen” – 17 // Das ABC Gedicht

    gestern gab es keine Kinnübung, aber ich habe auch festgestellt, dass dieses Jahr ein Schaltjahr ist und das Jahr deswegen aus 366 Tagen besteht, deswegen konnte ich auch einmal so eine “Kinnübung” schwänzen. Vorsatz war ja 365 “Kinnübungen” in diesem Jahr zu schreiben. Vielleicht werde ich auch in nächster Zukunft mal zwei Stück an einem Tag schreiben, damit ich das alles schaffe. :)

    Das ABC Gedicht

    Am Anfang mag ich heut noch gehen.
    Bestens über die Schulter sehen.
    Chillischoten beim Markt kaufen.
    Diese mitnehmen, nach Hause laufen.

    Eben hat ich eine Ahnung.
    Frisch zu Kochen stand in der Planung.
    Ganz so clever konnt ich nicht sein.
    Hatte schließlich kein’ Hungerspein.

    Immer stellt sich was dazwischen.
    Jagt mir Dinge unter Stühlen, Tischen.
    Klaut mir meine Kochbauteile.
    Liefert jedoch oft Kurzweile.

    Manchmal spricht sie auch in Fragen.
    Niemand würde hier was sagen.
    Obwohl es ganz schön angebracht.
    Potzblitz wer hätte das gedacht.

    Quark mit Soße gibt es nun.
    Rostig braunes Chillihuhn.
    Saftiges Grünzeug obendrein.
    Topfwarm schmeckt das alles fein.

    Unglaublich ist dies schrecklich Gedicht.
    Verliert’s doch wahnsinnig an Geistesgewicht.
    Wenn diese Zeilen noch länger werden.
    Xmalig Reime sich gebärden.

    Yvonne sich vor Graus doch versteckt.
    Zum Schluss das Werk dann noch verreckt.

    365 “Kinnübungen” – 15 // Wortkarg

    WORTKARG

    Leere im Hier und Jetzt
    Suchen im Dort und Dann
    Springen im Dunkeln und ohne Grund
    Landen im Loch und ohne Tatsache
    Verloren im Wort
    Gefunden im Buchstaben
    Erfunden im Grauen
    Ausgespuckt im Nebel
    Demoliert im Wahnsinn des Tages
    Aufgebaut im Angesicht des Todes
    Verträumt im Gitter der Natur
    Verwirrt im Realen Leben.